Donnerstag, der 29. Juni 2017

Die AG2 Mediathek lädt herzlich ein zur Lesung um 19.30 h im Sovieso, 1100, Hackergasse 4, 1. UG mit anschließendem Aperitivo

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Juliane Adler liest aus dem noch unveröffentlichten Manuskript VERGEGENWÄRTIGUNGEN

David Howard (Neuseeland) liest aus seinem neuen Buch THE ONES WHO KEEP QUIET (Otago University Press 2017)

Martin Winter liest aus ÜBERQUERUNG DES GELBEN FLUSSES 2 von Yi Sha und eigene neue Gedichte

+ special guest: Esther Dischereit!

U1 Keplerplatz, D-Wagen Alfred-Adler Straße

Mit herzlichen Grüßen

fabrik.transit

 

 

3. April 2017

Die Gersthofer Nachtboten zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder vereint, beim Literaturmontag im Cafe Stadtbahn zu Gast …..

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20.3.2017

Mikrogeschichte in drei Bildern von Andi Luf

Oh, Steintal, oh ja, Steintal, der schönste Ort der Welt ….

oh...steintal...ja......

Es war so schön in diesem Steintal, dass jeder Fremde, der in dieses Tal gekommen war, gar nicht mehr weg wollte und so wurden immer mehr von diesen wundervollen Häusern aus rotem Marmor gebaut. In den Straßen blühten Bäume und Pflanzen, irgendwie ein kleiner Garten Eden. Ja, Steintal war ein Smaragd unter den Steintälern ….. Bis eines Nachts ein gewisser Brauni Schicht hatte. Keine Ahnung wer den an die Hebel ließ, verdammt in alle Ewigkeit möge er sein. Der egomanische Hohlkopf war so mit sich selbst beschäftigt, beziehungsweise mit seiner krankhaften Sucht immer gescheiter als die anderen sein zu wollen, dass er gar nicht mehr merkte, was rund um ihn passierte. Ein ohnehin hoffnungsloser Wettbewerb, auf den er sich da einließ, weil er von Natur aus, nicht zu den Hellsten in der Birne zählte. Jeder vernünftige Mensch wäre aus der Diskussion ausgestiegen, auf die er sich in hohlköpfischer Zufälligkeit eingelassen hatte. Es war ihm also quasi passiert. Und wenn ihm etwas passiert war, dann konnte sich Brauni reinsteigern, sagenhaft! Wer es nicht erlebt hat, würde es nicht für möglich halten, mit welchem Fanatismus er an solche Auseinandersetzungen heran ging. Genau wie in dieser Nacht, als er in eines dieser hoffnungslosen Streitgespräche derart vertieft war, sodass er nicht merkte wie alle roten Warnlampen der Anlage aufleuchteten und er besser sofort mit dem Druck runtergefahren wäre. Ja, stattdessen schaffte er es noch einen weiteren sinnlosen Diskussionsbeitrag abzusetzen, während inzwischen schon alle Dämme gebrochen waren und sich eine dicke, stinkende schwarze Ölschicht über das ganzte Steintal ergoss …..

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Oh ja, Steintal Neu, oh ja, oh ja … aber bitte lasst keine Deppen mehr an

die Schalthebel.

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18. – 19.3.2017

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TOHUWABOHU; Opus Magnum (unveröffentlicht) von Alexander Schießling

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1.3.2017

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Chinesisch

Chinesisch, sågta

Und paumpft

Chinesich und japanisch und

Des gaunze kloagschnetzlte Zeig

Vo då drent, sågta

Und kaüt

Des friss i net

Waü, sågta

Und maüt

Waun i net siag

Vo wås firan Viech

Des Fleisch is

Daun friss i des oafåch net.

Då håst bei mir koa Schaus

Sågta und schlicktn åwi

In letztn großn Bissn

Von Lewakas.

Text: Doris Nußbaumer

27. Februar 2017

Vergangenen Samstag war es wieder einmal so weit, der GLB lud zu seiner monatlichen Open-Mic-Veranstaltung „Texte zur Realität“ ins Werkl nach Kaisermühlen ein. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Wolfgang Pechlaner, der mit Doris Nussbaumer diesen offenen Kulturraum betreut, konnte ich vereinbaren, trotz deutlicher Verspätung, an den Lesungen teilnehmen zu dürfen. Sehr erfreulich, ich musste mich nicht mehr „derstessen“. Einziger Wermuntstropfen, von den anderen Mitlesenden sah ich nur die Drei vor mir.

Als Moderator des Abends hatte diesmal Johannes Ernst Kröll das Mikrophon von der Doris übernommen, die darüber sehr froh feststellte: „Endlich kann ich mich auf meine Lesung konzentrieren und muss nicht auch noch moderieren“, also der ideale Schichtwechsel.

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Wäre ich ein Verleger, könnte ich mir jetzt gratulieren, einen besonderen Schatz entdeckt zu haben, der stapelweise in einer Wiener Wohnung herumliegt. Ja, so schnell könnte es mit dem Lottosechser für Buchmacher gehen! Als Narrischer was Bücher betrifft, war es jedenfalls einer für mich, nachdem ich eines der letzten Exemplare dieses Buchs vom Eugen Bartmer überreicht bekam.

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Wir waren schon vor ein paar Jahren einmal bei einer Leseveranstaltung im Werkl auf der Bühne gesessen, darum freute mich das zufällige Zusammentreffen besonders. Eugen Bartmer hatte den Text „Hauptsächlich Ratten“ aus dem abgebildeten Trinkerepos, suffisticated, für uns ausgewählt.

Eine kleine Textprobe:

Wien, Wien, nur du allein warst schon immer anders beim Anderssein.

Eigentlich ist Wien ein Rattennest. Selbstverständlich könnte man das auch von jeder anderen Großstadt behaupten, doch – auf Europa beschränkt – ist Wien, so glaube wenigstens ich, das Mekka dieser gefürchteten Tierart. An schlechten Tagen fühle ich mich manchmal auch als Wiener Ratte. Das jagt mir zwar kalten Schauer ein, beschert mir andererseits aber auch die Illusion, frei von zivilisatorischen Zwängen und Pflichten zu sein. In der österreichischen Hauptstadt kenne ich mich bestens aus. Kein Wunder, ich wurde dort geboren und habe, sieht man von einigen Auslandsaufenthalten ab, fast immer da gelebt. Das Nest in dem ich meine ersten Tage und frühe Kindheit verbrachte, befand sich allerdings fernab der stinkenden Abwasserkanäle, dem bevorzugten Territorium der pelzigen Nager. Es lag wohlbehütet in der eleganten Oberwelt eines noblen Villenbezirks. Später musste ich dann in billigere Wohngegenden wechseln, doch an oder in die Kanäle hat es mich glücklicherweise noch nicht verschlagen. Aus bürgerlicher Sicht verläuft mein Leben äußerst unrühmlich, denn selbst für die kleinste Karriere fehlt mir die Ambition und vor allem jede Voraussetzung. Ich bin ein trinkfester Herumtreiber und erfreue mich als solcher sogar einer gewissen Popularität.  ……

Danke Eugen für dieses Buch, das noch mit genialen Messerschnitten von Joseph Kühn illustriert ist. Als ich ihn einlud, doch auch beim Literaturmontag im Cafe Stadtbahn zu lesen und wir über die übliche Lesedauer beim Litmo sprachen, meinte er, dass er noch stapelweise solche Geschichten auf Lager habe. Womit wir wieder beim Lottosechser für Verleger angelangt wären.

Vielen Dank an alle für diesen schönen Abend im Werkl, im Besonderen auch an den Michael Broz vom GLB, der diese Lesungen dort veranstaltet.

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24. Februar 2017

Martin Winter fragt nach der Bedeutung von Poesie:

poetry
is impo
rtant
truth
is impo
tent
or is it
or are you

MW February 2017     (Bild: Andi Luf)

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Juliane Adler von fabrik.transit hadert mit den hiesigen Weihnachtsbräuchen und findet selbst am Klo keine Ruhe vor denen. Wenn solche Unannehmlichkeiten auch völlig sinnlos und nervend sind, wenigstens lässt sich noch Literatur aus ihnen machen:

 

DREIKÖNIGSTAG 2017

ich sitze auf dem Klo am Gang
im Nachtgewand bei Minusgraden
höre Stimmen im Haus Klopfen
sie kommen die Stiegen hoch
durchs Schlüsselloch sehe ich einen goldenen Stern
hoffe meine Tür ist richtig zu
ganz hinten am Gang macht Nummer 20 auf
sie singen ihr Lied sie sagen den Spruch
sie weisen sich aus und nehmen die Spende entgegen
durchs Schlüsselloch sehe ich sie klopfen bei mir
also ist die Tür zu sie gehen weiter und klopfen
und klopfen jetzt stehen sie genau vor der Klotür
Nummer 17 ist da und macht auf
sie singen ihr Lied sie sagen den Spruch
sie weisen sich aus und nehmen die Spende entgegen
steigen weiter hinauf in den 3. Stock mir ist kalt
©Juliane

Foto von Ursula Didier

 

fullsizerender

 

Mo Ming

SIEG DES PROLETARIATS

 

1 Ferrari

1 Bentley

2 Land Rover

3 BMW

verstopfen die Straße.

Ich stehe ernst und feierlich

am Fenster des Busses

dicht an der Scheibe,

die rechte Hand hochgestreckt,

fest in Position.

In knapp einer Minute

hab ich die komplette Parade beisammen.

 

Übersetzt von MW im Februar 2017

《新诗典》小档案:莫名,原名李勇标,1994年生于广东惠州,2016年从梅州市嘉应学院毕业,现于深圳工作。

Mo Ming [”Namenlos”], eigentl. Li Yongbiao, geboren 1994 in Huizhou, Provinz Kanton. 2016 Abschluss an der Jiaying/Hochschule in Meizhou. Arbeitet in Shenzhen.

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